Euro­päi­scher Haft­be­fehl – und die deut­sche Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Der Zuläs­sig­keit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de steht nicht ent­ge­gen, dass der ange­grif­fe­ne Beschluss über die Auf­recht­erhal­tung der Aus­lie­fe­rungs­haft uni­ons­recht­lich deter­mi­niert und damit nach den Grund­sät­zen der Iden­ti­täts­kon­trol­le in Aus­lie­fe­rungs­ver­fah­ren eine ver­fas­sungs­recht­li­che Prü­fung auf die Ver­fas­sungs­iden­ti­tät, hier einen Ver­stoß gegen Art. 1 Abs. 1 GG, beschränkt wäre [1].

Euro­päi­scher Haft­be­fehl – und die deut­sche Ver­fas­sungs­be­schwer­de

Zwar liegt dem Aus­lie­fe­rungs­er­su­chen ein Euro­päi­scher Haft­be­fehl zugrun­de. Art. 12 des Rah­men­be­schlus­ses des Rates vom 13.06.2002 über den Euro­päi­schen Haft­be­fehl und die Über­ga­be­ver­fah­ren zwi­schen den Mit­glied­staa­ten [2] unter­stellt die Fra­ge der Inhaft­hal­tung einer betrof­fe­nen Per­son aller­dings dem natio­na­len Recht, so dass inso­weit kei­ne uni­ons­recht­li­che Deter­mi­nie­rung vor­liegt.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 14. Dezem­ber 2017 – 2 BvR 2655/​17

  1. vgl. BVerfGE 140, 317, 334 ff. Rn. 36 ff.[]
  2. ABl EU Nr. L 190 vom 18.07.2002, S. 1[]