Kein Scha­dens­er­satz für uni­ons­rechts­wid­ri­ge Unter­sa­gung von Sport­wet­ten­wer­bung?

Das Stadt­amt Bre­men hat nach Ansicht des Han­sea­ti­schen Ober­lan­des­ge­richts in Bre­men nicht in haf­tungs­be­grün­den­der Wei­se gegen Uni­ons­recht ver­sto­ßen, indem es im Juli 2006 die Wer­bung für Sport­wet­ten unter­sagt hat, die ohne Geneh­mi­gung der für das Land Bre­men zustän­di­gen Behör­de ver­an­stal­tet oder ver­mit­telt wur­den. Ein qua­li­fi­zier­ter Ver­stoß gegen das Gemein­schafts­recht schei­det aus, weil sich die Ord­nungs­be­hör­de an der aktu­el­len höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung – hier des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts [1] – ori­en­tiert hat.

Kein Scha­dens­er­satz für uni­ons­rechts­wid­ri­ge Unter­sa­gung von Sport­wet­ten­wer­bung?

Ansprü­che aus Amts­haf­tung gem. § 839 BGB, Art. 34 GG bestehen inso­weit eben­falls nicht, weil die Unter­sa­gungs­ver­fü­gun­gen zwar objek­tiv rechts­wid­rig waren, es jedoch am Ver­schul­den der Amts­trä­ger fehlt.

Auch ein ver­schul­dens­un­ab­hän­gi­ger Ent­schä­di­gungs­an­spruch aus § 56 Brem­PolG besteht nicht. Die Rege­lung fin­det in dem Fall, dass die zustän­di­gen Behör­den beim Erlass von Maß­nah­men auf der Grund­la­ge beson­de­rer Rechts­vor­schrif­ten tätig wer­den, kei­ne Anwen­dung, wenn die­se nicht auf die poli­zei­ge­setz­li­chen Haf­tungs­re­ge­lun­gen ver­wei­sen. Dar­über hin­aus erfasst sie kei­ne Fäl­le, in denen die Maß­nah­men der Behör­de auf legis­la­ti­vem Unrecht beru­hen.

Han­sea­ti­sches Ober­lan­des­ge­richt in Bre­men, Urteil vom 13. Febru­ar 2013 – 1 U 6/​08

  1. BVerfG, Urteil vom 28.03.2006 – 1 BvR 1054/​01[]