Europäischer Sonnenbrand

Die Europäis­che Union beschäftigt sich ja bekan­ntlich nur mit wichti­gen, nicht anders zu lösenden The­men. Ganz beson­ders wichtige The­men erhal­ten dabei noch einen zusät­zlichen “Rit­ter­schlag” indem sie als “Text von Bedeu­tung für den EWR” gekennze­ich­net wer­den, also als Text, der nicht nur für die Europäis­che Union wichtig ist, son­dern auch für die nicht der EU ange­höhri­gen europäis­chen Staat­en

Europäischer Sonnenbrand

Ein solch wichtiger Fall passt in die aktuelle Som­merzeit:

Denn die Som­mer­son­ne kann nicht nur angenehm sein, zuviel Sonne richtet auch Schä­den an, vom Son­nen­brand bis zum Hautkrebs. Und deshalb ist dies nach Auf­fas­sung der EU-Kom­mis­sion auch von beson­der­er “Bedeu­tung für den EWR”. Sie ahnen es schon — die Rede ist hier von Son­nen­schutzmit­teln. Oder genauer: von der

Empfehlung der Kom­mis­sion vom 22. Sep­tem­ber 2006
über die Wirk­samkeit von Son­nen­schutzmit­teln und dies­bezügliche Her­stellerangaben
(Bekan­nt gegeben unter Akten­ze­ichen K(2006) 4089)
(Text von Bedeu­tung für den EWR)
(2006/647/EG)

Geregelt wer­den in der Empfehlung 2006/647/EG die Kennze­ich­nung von Son­nen­schutzmit­teln. So wer­den etwa die Mit­gliedsstaat­en und die Her­steller von Son­nen­cremes aufge­fordert, irreführende Beze­ich­nun­gen wie „Sun-Block­er” oder „Kom­plett-Schutz” nicht mehr zu ver­wen­den bzw. die Ver­wen­dung zu unterbinden.

Außer­dem sollen Son­nen­schutzpro­duk­te neben dem Son­nen­schutz­fak­tor vere­in­heitlichte Beze­ich­nun­gen führen:

  • niedriger Schutz”: Son­nen­schutz-Fak­tor 6 bis 10
  • mit­tlerer Schutz”: Fak­tor 15 bis 25
  • hoher Schutz”: Fak­tor 30 bis 50
  • sehr hoher Schutz”: Son­nen­schutz­fak­tor höher als 50

Son­nen­schutzmit­tel sollen darüber hin­aus ver­schiedene Warn­hin­weise tra­gen, die deut­lich machen, dass sie keinen hun­dert­prozenti­gen Schutz bieten. Weit­ere Vor­sichts­maß­nah­men sollen Erwäh­nung find­en. Dazu gehören die War­nung vor der Mit­tagssonne oder über den beson­deren Schutz von Kleinkindern.

Und das ist doch eine Empfehlung der EU-Kom­mis­sion für den gesamten Europäis­chen Wirtschaft­sraum wert, denn die Mit­gliedsstaat­en schaf­fen das sicher­lich nicht in eigen­er Regie zu regeln. Oder?