Stren­ge­re EU-Regeln nach dem Pfer­de­fleisch­skan­dal

Die EU wird stren­ge­re Regeln für Pfer­de­päs­se ein­füh­ren. Die über­ar­bei­te­te Ver­ord­nung über die Iden­ti­fi­zie­rung von Pfer­den sieht ein ver­läss­li­che­res und siche­re­res euro­päi­sches Sys­tem für die Regis­trie­rung und Iden­ti­fi­zie­rung von Pfer­den in der EU vor.

Stren­ge­re EU-Regeln nach dem Pfer­de­fleisch­skan­dal

Laut Mit­tei­lung der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on haben am 11. Sep­tem­ber 2014 auf Vor­schlag der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on Exper­ten der EU-Staa­ten aus dem „Stän­di­ger Aus­schuss für die Lebens­mit­tel­ket­te und Tier­ge­sund­heit“ der Über­ar­bei­tung der Ver­ord­nung zur Iden­ti­fi­zie­rung von Pfer­den [1] zuge­stimmt. Damit wer­den Kon­se­quen­zen aus dem Pfer­de­fleisch­skan­dal im ver­gan­ge­nen Jahr gezo­gen, als nicht dekla­rier­tes Pfer­de­fleisch in die Lebens­mit­tel­ket­te gelangt war: Mit den Vor­schrif­ten, die von den Mit­glied­staa­ten unter­stützt wer­den, wird das bereits vor­han­de­ne Sys­tem der Pfer­de­päs­se ver­bes­sert. Ein grund­le­gen­des Ziel besteht dar­in, zu ver­hin­dern, dass Pfer­de, die nicht in die Lebens­mit­tel­ket­te gelan­gen dür­fen, irr­tüm­lich oder in betrü­ge­ri­scher Absicht für den mensch­li­chen Ver­zehr geschlach­tet wer­den.

Die Ver­ord­nung zur Iden­ti­fi­zie­rung von Pfer­den [1] stützt sich auf Rechts­vor­schrif­ten über Tier­ge­sund­heit und Tier­zucht, wonach Mit­glied­staa­ten unter ihrer Auf­sicht mehr als eine Pass­stel­le zulas­sen dür­fen. Die Schlach­tung von Pfer­den für den mensch­li­chen Ver­zehr nach einer Behand­lung mit Arz­nei­mit­teln ist in der EU in Tier­arz­nei­mit­tel­vor­schrif­ten gere­gelt. Pfer­de, die mit Phe­nyl­bu­ta­zon oder ande­ren Arz­nei­mit­teln behan­delt wur­den, wel­che nicht für der Lebens­mit­tel­ge­win­nung die­nen­de Tie­re zuge­las­sen sind, dür­fen nicht in die Lebens­mit­tel­ket­te gelan­gen. Wenn ein Pferd mit einem Arz­nei­mit­tel behan­delt wur­de, das spe­zi­ell für die Ver­wen­dung bei Pfer­den auf­ge­führ­te Stof­fe ent­hält, muss eine War­te­zeit von sechs Mona­ten ein­ge­hal­ten wer­den, bevor die­ses Pferd für den mensch­li­chen Ver­zehr geschlach­tet wer­den darf.

Mit der Über­ar­bei­tung der Vor­schrif­ten muss für Foh­len vor dem Ende ihres ers­ten Lebens­jah­res ein Pass mit einer ein­ma­li­gen Kenn­num­mer aus­ge­stellt wer­den. Der Pass dient auch als Kran­ken­ak­te und wird das Pferd lebens­lang beglei­ten. Alle nach dem 1. Juli 2009 gebo­re­nen Pfer­de müs­sen mit einem Mikro­chip aus­ge­stat­tet wer­den. Mit tech­ni­schen Sicher­heits­merk­ma­len soll außer­dem die Fäl­schungs­si­cher­heit der Päs­se erhöht wer­den.

Alle Mit­glied­staa­ten müs­sen eine zen­tra­le Daten­bank ein­rich­ten, damit die zustän­di­gen Behör­den die Aus­stel­lung von Päs­sen durch die ver­schie­de­nen dazu befug­ten Stel­len bes­ser kon­trol­lie­ren kön­nen. Zudem wer­den für die Pfer­de­hal­ter die Ver­fah­ren zur Aktua­li­sie­rung der Kenn­da­ten in den Päs­sen und in der Daten­bank der Pass­stel­len erheb­lich ver­ein­facht.

Ab Jah­res­be­ginn 2016 wird die Ver­ord­nung gel­ten. Die Mit­glied­staa­ten, die noch kei­ne zen­tra­le Daten­bank ein­ge­rich­tet haben, wird bis zum 1. Juli 2016 Zeit ein­ge­räumt, die­se Daten­bank auf­zu­bau­en.

  1. Ver­ord­nung (EG) Nr. 504/​2008 vom 06.06.2008[][]