Logistik ohne Grenzen: Das Rückgrat der europäischen Wirtschaft

Kaum ein Faktor ist so entscheidend für den europäischen Binnenmarkt wie die Logistik. Sie ist Grundlage dafür, dass Lebensmittel pünktlich in die Regale kommen, Ersatzteile rechtzeitig Produktionslinien erreichen, der Onlinehandel seine versprochenen Lieferzeiten einhalten kann und nicht zuletzt auch dafür, dass Exportgüter sicher zu den Häfen gelangen. Und obwohl viele dies als selbstverständliche Vorgänge ansehen, verbirgt sich dahinter in der Realität ein komplexes Netzwerk aus Straßen, Schienen, Wasserwegen, Knotenpunkten und Regeln, das über Landesgrenzen hinweg ineinandergreifen muss, um effektiv zu sein und alle Beteiligten zufriedenzustellen.

Logistik ohne Grenzen: Das Rückgrat der europäischen Wirtschaft

So hält die Logistik Europa zusammen

Wie wichtig Logistikunternehmen für Europa sind, lässt sich durch ein paar Zahlen veranschaulichen. So lag die Gesamtleistung innerhalb der EU im Jahr 2024 bei sagenhaften 1.869 Milliarden Tonnenkilometern. Zugleich zeigen andere Zahlen wie verwoben die Logistik in Europa ist und dass das Zusammenspiel aus unterschiedlichsten Verkehrsarten essenziell für den Erfolg ist. Denn obwohl der Transport über die Schifffahrtswege als besonders effizient gilt, kann er nicht überall konsequent genutzt werden. So kommt es, dass auch der Transport über die Straße in Europa noch immer etwa ein Viertel der gesamten Logistik ausmacht.

Wo kommt es zu Problemen und Engpässen?

Je ungestörter die Logistik agieren kann, umso effizienter ist sie. Aus diesem Grund legen viele Speditionen Wert auf einen reibungslosen Ablauf. Doch genau dieser liegt nicht immer in den Händen einer Spedition, eines Fahrers oder eines Kapitäns. Terminals, Grenzregionen, Regelwerke sowie langwierige Genehmigungsprozesse können sich stark negativ auswirken. Aus diesem Grund setzt die Europäische Kommission ganz bewusst auf das sogenannte Ten-T-Netzwerk. Dabei handelt es sich um ein transeuropäisches Verkehrsnetz mit klar definierten Korridoren, um Investitionen zu bündeln und grenzüberschreitende Projekte besser zu koordinieren. Und trotz aller Maßnahmen gibt es Schwachstellen, die innerhalb der Logistik zu typischen Engpässen geworden sind. Hierzu gehören insbesondere:

  • fehlende Schienenkapazitäten, unzureichende Knotenpunkte, langsame Projektabwicklung
  • unterschiedliche Auslegung sowie Durchsetzung von Regel-, Kontroll- und Dokumentationspflichten
  • Kostendruck und volatile Nachfrage
  • Nachhaltigkeitsanforderungen, die Umstellungen im Fuhrpark und in der Planung beschleunigen
  • Krisenanfälligkeit durch Abhängigkeiten von wenigen Routen, Knoten oder Dienstleistern

Um etwaige Probleme künftig an der Wurzel zu packen, ist sich die Logistik im Grunde einig, dass es eine „Logistik ohne Grenzen“ benötigt. Doch genau hierzu muss das Ten-T-Netzwerk nicht nur weiter ausgebaut und optimiert werden. Vielmehr gilt es, die digitalen Datenflüsse innerhalb der Logistikbranche effizienter zu gestalten und die Zuverlässigkeit auf der Schiene und in den Häfen zu steigern. Denn letztlich lebt der europäische Binnenmarkt quasi davon, dass Unternehmen nicht durch Hürden an den Grenzen ausgebremst werden, sondern sich gänzlich an ihren Lieferketten orientieren können.