Bekämp­fung des Steu­er­be­trugs

Die EU-Kom­mis­si­on hat eine Mit­tei­lung „hin­sicht­lich der Not­wen­dig­keit der Ent­wick­lung einer koor­di­nier­ten Stra­te­gie zur Ver­bes­se­rung der Bekämp­fung des Steu­er­be­tru­ges“ ver­ab­schie­det.

Bekämp­fung des Steu­er­be­trugs

Die Schluss­fol­ge­run­gen der Kom­mis­si­on in die­ser Mit­tei­lung sind lesens­wert, zei­gen Sie doch, in wel­che Rich­tung die Bekämp­fung der Steu­er­hin­ter­zie­hung ins­be­son­de­re im Bereich der Umsatz­steu­er gehen soll:

Die­se Mit­tei­lung beinhal­tet kei­ne ein­zel­ne, gene­rel­le Lösung der Pro­ble­me. Ihre Ziel­set­zung besteht viel­mehr dar­in, eine Rei­he von rea­lis­ti­schen und prag­ma­ti­schen Maß­nah­men dar­zu­stel­len, die kurz­fris­tig umge­setzt wer­den kön­nen. Aller­dings ist es unab­ding­bar, dass dies in einer koor­di­nier­ten und ein­heit­li­chen Wei­se erfolgt, um bes­ser auf die Anfor­de­run­gen der EU-wei­ten, ja sogar inter­na­tio­na­len Dimen­si­on der Wirt­schafts­märk­te zu reagie­ren. Außer­dem ist es wich­tig dar­an zu erin­nern, dass die­se Mit­tei­lung sich ein­reiht in den grö­ße­ren Kon­text der Ver­wirk­li­chung der Ziel­set­zun­gen von Lis­sa­bon. Die Ver­ein­fa­chung der steu­er­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen ist ein Schlüs­sel­ele­ment die­ser Poli­tik und die vor­ge­se­he­nen Maß­nah­men im effi­zi­en­te­ren Kampf gegen den Steu­er­be­trug dür­fen die­sem Ziel nicht ent­ge­gen­ste­hen. Spe­zi­ell im Bereich der Mehr­wert­steu­er wur­de bereits eine Debat­te ange­sto­ßen hin­sicht­lich grund­le­gen­der Ände­run­gen bestimm­ter Mecha­nis­men des gemein­sa­men Mehr­wert­steu­er-Sys­tems.

Die Kom­mis­si­on steht der Dis­kus­si­on offen gegen­über, aller­dings zei­gen die ers­ten Gesprä­che mit den Mit­glied­staa­ten, dass eine Ände­rung des Mehr­wert­steu­er-Sys­tems wich­ti­ge Fra­gen auf­wirft, die eine grund­le­gen­de Ana­ly­se erfor­dern, ins­be­son­de­re im Hin­blick auf die Aus­wir­kun­gen für alle betrof­fe­nen Par­tei­en.

Zum jet­zi­gen Zeit­punkt ist die Kom­mis­si­on der Auf­fas­sung, dass dem Betrug begeg­net wer­den kann durch eine effi­zi­ent und modern orga­ni­sier­te Kon­trol­le, flan­kiert von einer umfang­rei­chen und zeit­na­hen Zusam­men­ar­beit auf Grund­la­ge geeig­ne­ter Rechts­in­stru­men­te zwi­schen den Mit­glied­staa­ten und, soweit zweck­dien­lich, OLAF.

In Anbe­tracht des Erns­tes der Lage bit­tet die Kom­mis­si­on die betref­fen­den Insti­tu­tio­nen, ins­be­son­de­re den Rat, das Euro­päi­sche Par­la­ment und den Euro­päi­schen Wirt­schafts- und Sozi­al­aus­schuss, ihre Debat­te hier­zu so bald als mög­lich abzu­hal­ten, um kla­re Anhalts­punkt zu set­zen, die es der Kom­mis­si­on erlau­ben, schnellst­mög­lich ein geziel­tes Akti­ons­pro­gramm umzu­set­zen.